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Albtraum der Einzelhändler

Mit Smartphone-Apps günstige Angebote zu finden geht schon länger. Was der Onlinehändler Amazon mit Flow jetzt anbietet, ist meines Wissens nach in doppelter Hinsicht neu. Erstens werden die Produkte nicht nur mit Hilfe des Barcodes, sondern auch mit Bilderkennung  ermittelt. Man hält einfach das Produkt vor die Kamera und Flow weiß was gemeint ist. Die zweite, wahrscheinlich entscheidende, Neuheit ist, dass sich quasi ein Mitbewerber offensiv ins Rennen begibt. Denn wenn das Produkt erkannt ist, folgt der nächste Schritt, die Bestellung bei Amazon.

Man stelle sich das nur einmal vor. Die Kunden stöbern mit dem Smartphone durch den Laden und bei jedem Produkt, das eigentlich vom Regal in den Einkaufswagen wandern solllte, wird stattdessen ein günstigeres bei Amazon bestellt. Für die allermeisten Einzelhändler vor Ort dürfte so etwas, das ultimative Horrorszenario sein. Zumindest ausserhalb der USA werden sie vorerst nur deswegen aufatmen, weil Flow bisher nur dort verfügbar ist. Es gibt aber keinen Grund, warum so eine Anwendung nicht auch in anderen Ländern funktionieren sollte.

Die Tage dürften gezählt sein und ich frage mich ernsthaft, wie drastisch sich das auswirken wird und vor allem wie die Reaktion der Einzelhändler sein wird. Resignation oder Nische? Meine persönliche Verschwörungstheorie ist ja, dass es sich dabei nur um einen Testballon von Amazon handelt. Das eigentlich Ziel ist es die Einzelhändler als Großhändler selbst zu beliefern. Im Gegenzug werden diese niedergelassenen Händler dann bei Flow empfohlen.

via golem.de

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