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Benzin im Füller

Zu „beiße niemals die Hand, die Dich füttert“ gibt es einen Euphemismus, der lautet „eine angenehme Atmosphäre schaffen“. In der Autoindustrie funktioniert das wunderbar und das nährt auch den Mythos Presseausweis. So gut wie jeder glaubt zu wissen, dass die Fahrzeughersteller sich bei dessen Besitzern gut stellen will. So einfach ist das natürlich nicht, sonst wäre ja jeder zweite Wagen auf den Straßen von den Herstellern gesponsert und das wäre auch kein Geschäft. Ein Glück also, wenn der Presseausweis noch relativ restriktiv vergeben wird. Das ändert aber nichts daran, dass die Motorjournalie besonders hofiert wird und das auch Wirkung zeigt. Es gibt wahrscheinlich kaum einen Bereich, bei dem die Kunst Kritik an Belanglosigkeiten zu üben, um wenigstens den Anschein von Neutralität zu erwecken, so perfekt beherrscht wird, wie bei dort. „Einziger Wermutstropfen ist die lange Aufpreisliste“ oder „Das Interieur ist typisch amerikanisch“ sind solche Floskeln.

Das soll nun nicht heißen, dass allen Autojournalisten die Brille angelaufen ist. Aber ein Blick in die einschlägigen Zeitschriften, zeigt doch recht deutlich, welche Schieflage und vor allem Distanzlosigkeit in der Branche üblich ist. Und das ist nicht nur ein Problem der Autokäufer, sondern wirkt auf die gesamte Verkehrspolitik. Das Beharrungsvermögen mit dem sich der motorisierte Individualverkehr und Explosionsmotoren halten können, hat zu einem Gutteil auch damit zu tun, dass sich Autoindustrie und Fachjournalisten so gut wie blind verstehen. Der Bericht „Gelenkte Berichte – Autokonzerne und Journalisten“ des NDR zeigt wie das kommt. (Link zum Video)
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