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Geplante Obsoleszenz

“Geplante Obsoleszenz” klingt harmlos, nicht ganz so wie “Produktlebenszyklus”, aber immer noch harmlos genug um dahinter zu verstecken, dass Produkte so entworfen werden, dass sie absichtlich ihren Geist aufgeben. Wahrscheinlich hat es auch schon jeder einmal selbst erlebt. Sei es der Drucker, der zwei Tage nach dem Ende der Garantiezeit kein Zeichen mehr aus Papier bringt, oder der Schrank, der sich spätestens nach dem zweiten Umzug nur noch windschief aufstellen lässt. Mehr Beispiele fänden sich noch genügend. Allen gemeinsam ist, dass dahinter Kalkül steck. Die allermeisten Hersteller wollen gar nicht, dass ihre Produkte eine hohe Lebensdauer haben, da sie dann ja nur einmal verkaufen könnten. Dagegen gibt es zwei Strategien. Eine erzählt uns im Turnus, dass das was wir haben nicht mehr “in Mode” ist. Wo das nicht funktioniert, müssen Sollbruchstellen eingebaut werden. Das Resultat ist jeweils gleich: über kurz oder lang landet das Teil im Müll und wir machen uns wieder auf den Weg, um Ersatz zu kaufen. Ein Kreislauf, aber ein reichlich unruder.
Dass das keine Verschwörungstheorie ist, zeigt die Dokumentation “Kaufen für die Müllhalde” von Cosima Dannoritzer, die letzte Woche auf arte ausgestrahlt wurde.

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18 Antworten auf Geplante Obsoleszenz

  1. Meyer, Rolf sagt:

    Sehr interessante Sendung, ohne Zweifel.
    Warum ich von obsoleszenz, bis zur Ausstrahlung der Sendung, nie etwas gehört habe, kann ich nicht beschreiben, dass aber was faul auf dem Markt ist, habe ich schon mindestens seit
    2 Jahrzenten beobachtet!
    Von Jahr zu Jahr fiel mir, hauptsächlich bei elektronischen Geräten, die immer schneller werdenden Defekte an verschiedenen Geräten, auf.
    Meistens war es nach der Hersteller-Garantie.
    Ich möchte sogar behaupten, seitdem es zu den Elektronischen Geräten keine Schaltbilder mehr mitgeliefert wurden.

    Was nutzt eine Gewährleistungsgarantie, auch wenn es 2 Jahre sind, wenn ich nicht nachweisen kann dass ein Fehler, schon vor dem Kauf, vorhanden war!

    Zur Reparatur bringen wurde immer teurer, selber reparieren war ohne Unterlagen bald nicht mehr möglich, also durchrechnen und meistens, NEU kaufen!
    Ersatzteile sind auch wesentlich teuer geworden. Besonders nach der Währungsumstellung!

    Na ja: Solange 95% der Leute glauben und heute noch davon überzeugt sind, dass die, bei der D-Mark Währung, 1 + 2 Pfennigstücke, sowie als auch die 1 + 2 + 5 Cent Stücke (jetzige Währung) aus Kupfer (es war eine Kupferlegierung) sind, lediglich einige 2 Pfennigstücke waren aus Bronze, solange kann man eben die Leute vorführen, und diese im Glauben lassen, wenn sie etwas kaufen, das sie etwas langlebiges gekauft haben!

    Ich kann von mir behaupten, alte Währung einbezogen, ca. 6.000,00 € bis 7.500,00 €, durch obsolet hergestellte Geräte, in den Sand gesetzt zu haben!

    Es waren Kaffeemaschinen, Mikrowellen, Notebooks, Kühlschränke, Waschmaschinen, Digitalkameras, Dect-Telefone (drahtlos), Faxgeräte, Drucker, Multifunktionsdrucker besonders (man kann noch nicht einmal mehr den Scanner benutzen) das Gerät will überhaupt nicht mehr, diverses Zubehör für Computer, Rören-Fernseher, TFT-Fernseher, Funkklingeln, Rauchmelder, Monitore, TFT-Monitore, Sat-Receiver, Taschenradios, usw. usw…!

    MfG. Rolf

  2. Christopher Giustolisi sagt:

    Heute wird die Lebensdauer eines Produkts oft leider nicht mehr dadurch definiert, wie lange es funktioniert, sonder oftmals dadurch begrenzt, wie lange es der Konsument behalten will. Es kommt aus der Mode, es gibt einfach was neues.
    Einige Beispiele habe ich auch parat.
    Da wären zuerst Autos. Auch neue Autos funktionieren einige Jahre lang einwandfrei. Sie sind natürlich auch von der geplanten Obsoleszens betroffen, nur wenige Hersteller liefern für neue Modelle die Ersatzteile länger als 15 Jahre. Ein Auto ist heute für eine Lebensdauer von 10 Jahren oder 150 000km konstruiert.
    Aber wer fährt schon 15 jahre lang das selbe Auto?
    Es wird durch Werbung einfach das Bedürfnis nach einem Neuwagen geweckt. Ein Facelift des aktuellen Modells kann da schon reichen. Alte Autos sind nicht hässlich, es wird uns lediglich eingeredet, dass neue Autos sparsamer, moderner, besser ausgestattet und billiger sind.

    Ein anderes Thema sind Handys, Computer oder auch Fernseher.
    Es kommt was Neues heraus und ältere Produkte sind von einem auf den anderen Tag veraltet.
    Bei Mobiltelefonen sind es Internet, sinnlose Apps oder eine Kamera die in HD Qualität aufnehmen kann.
    Bei Computern sind es mehr Rechenleistung, anderes Design, andere Anschlüsse (HDMI, USB2.0, …) oder ein Touchscreen. Beim Fernseher sind es HD oder 3D.
    Fragt euch mal selbst wie oft ihr das bisher gebraucht habt oder ob ihr je den Wunsch danach empfunden habt bevor es das gegeben hat.
    Der Wunsch danach muss ja erst erzeugt werden und da kommt die Werbung ins Spiel.
    Es gibt kaum noch langlebige Produkte oder wie viele Leute kennt ihr noch, die Massivholzmöbel daheim stehen haben? Die könnte man einfach abschleifen und neu lackieren und schon sehen sie wieder aus wie neu.
    In Möbelhäusern stehen dagegen nur noch Spanplattenmöbel, dioe nach einem jahrzehnt in den Müll wandern
    Kranke Welt….

  3. Michael Weber sagt:

    Ein Arbeitskollege hat mich auf diese Sendung aufmerksam gemacht und ich muss zugeben, dass ich mir der Sache zwar immer bewusst war, jedoch bringt diese Dokunentation noch viele andere Fragen und Gedankengänge mit sich…: Was kann man dagegen tun? Klar, unsere Wirtschaft scheint diese unrunden Lebenszyklen zu benötigen – ein Grund, wieso sich auch sämtliche Instanzen, die eingreifen müssten, zurückhalten, aber wer EBIT dabei an die natürlichen Rohstoffe, die für die Herstellung betroffen sind? Jeder spricht davon, dass es für die Zukunft nichts wichtigeres gibt, als jene zu schonen. Man baut alternative Antriebe für Fahrzeuge, sucht nach alternativen Energiegewinnungdsmethoden, usw. Hat sich aber schon mal jemand Gedanjen gemacht, wieviel Erze, Erdöl und sonstige Schätze für die Herstellung dieser kurzlebigen Produkte missbraucht werden? Ich denke, dass sich dahinter noch eine Dunkelziffer verbirgt, von der niemand will, dass irgendjemand sie kennt… Es sollte sich etwas ändern!

  4. Jens sagt:

    Diese Film von Arte ist wirklich sehr interessant für mich gewesen. Mittlerweile muss man echt sagen unsere Gesellschaft wird von der Wirtschaft total “GaGa” gemacht. kaufen kaufen kaufen… Das andere Übel nach dem Kaufen, die Entsorgung des “Alten” Zeugs, ist viel schlimmer. Die Bilder des ach so unberührten Kontinents Afrika sind erschreckend und verlangen nach einer Änderung des Verhaltens der Wirtschaft.
    Eine schöne Erklärung habe ich hier noch für alle, die es interessiert.
    The Story of the Stuff

  5. Claudia sagt:

    Meiner Meinung nach ist es nicht nur erschreckend zu sehen, wo u n s e r Müll landet, es ist ein Skandal.
    Wir erforschen verzweifelt, warum die Natur so gewaltig zurückschlägt, dabei gibt es nichts zu erforschen. Unser höchstes Gut ist Geld. Wer Geld hat, ist im Kreislauf der Manipulation. Wir sind die einzigen Menschen mit einem freien Willen auf dieser Erde, und diesen sollten wir nutzen.
    Jeder kann etwas dazu beitragen, daß es unserer Erde wieder besser geht (und zwar schnell). Jeder kann seine “Komfortzone” verlassen und nein sagen zu diesem System.
    Ich frage mich schon lange, warum e i n Mensch so viel mehr wert sein soll, als ein anderer. Gemessen an dem Geld, das er verdient. Haltet Euch mal vor Augen, daß ihr ein ganzes Leben lang arbeitet und nicht so viel verdient als mancher Manager in einem Jahr.
    Ich habe selbst Kinder und versuche ihnen eine gute Welt zu hinterlassen. Als ich diesen Film sah verlor ich meinen Glauben daran. Wir können unsere Augen nicht mehr zumachen und denken wenn ich nichts sehe, sehen mich die anderen auch nicht.
    Nur weil es uns gut geht und wir versorgt sind heißt es noch lange nicht, daß es anderen auch so geht. Wo ist unser Gewissen, daß wir uns so an die Leine nehmen lassen??? Wir sind nur die Marionetten der Großindustriellen und Versuchskaninchen.
    Wir sollten es uns selber wert sein, für eine bessere Welt zu kämpfen. Wir sollten uns informieren und hinterfragen, durch Internet haben wir alle Möglichkeiten, wir können die Dinge stehen lassen, die fragwürdig hergestellt wurden, wir müssen nicht alles haben und vor allem nicht alles glauben. Was wir nicht kaufen, muss nicht hergestellt werden!
    Auch mir fällt es nicht leicht nein zu sagen, besonders wenn Kinder Wünsche erfüllt haben wollen, doch diese Müllhalde in Afrika werde ich im Kopf behalten. Es ist schlichtweg eine Arroganz der westlichen Welt so etwas zu tun.

  6. Vitali sagt:

    Mich hat auch ein Arbeitskollege auf diesen Bericht aufmerksam gemacht. Ich hatte schon immer das Gefühl, dass die Hersteller Sollbruchstellen und Chips usw. einbauen habe aber trotzdem vorher noch nichts von geplanter Obsoleszenz gehört. Was einfach traurig ist das dies nicht die Masse der Bevölkerung erreicht, da anscheinend die großen privaten und öffentlichen Fernsehsender dieses Thema lieber totschweigen!
    Daher berichtet Bekannte, Freunde und Arbeitskollegen von diesen Bericht und lasst sie es sich anschauen, denn nur wenn genug Menschen hiervon etwas wissen, erst dann kann sich was ändern!
    Ich hoffe, dass meine Enkel mich nicht irgendwann fragen müssen “Wieso hast du damals nichts dagegen unternohmen?”

    MfG

  7. nichess sagt:

    Ich kaufe nur hochwertige Produkte, mein Campingzelt z.B. hält schon seit 22 Jahren. Die Mentalität, alles billig haben zu wollen setzt eine Abwärts Spirale der Produktqualität in Gang. Jetzt der Industrie die Schuld in die Tasche zu schieben ist irgendwie schräg, wo doch die heutige Konsumgesellschaft von sich behauptet durch ihr Konsumverhalten die Welt retten zu können.

  8. Christoph sagt:

    Eine andere Strategie ist, die Dinge bei Bedarf zu reparieren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es gib fasst nichts, was nicht repariert werden kann. Und wer einen großen Teil seines Bedarfs an Elektrogräten, sonstigen Maschinen, Möbeln und Anderem aus dem Schrott- oder Elektronikschrottcontainer bzw. dem Sperrmüll befriedigt, tut durch dieses funktionelle Recycling zwar nicht der Industrie und der Steuer einen Dienst, aber sicher der Umwelt. Und Spaß macht das Ganze auch noch. Deshalb fordere ich, dass das Containern endlich legalisiert wird.
    In diesem Sinne, es lebe das Stöbern und Reparieren.

    Übrigens: Heute, 24.1.2012, 20:15 Uhr, kommt auf ARTE wieder die Dokumentation “Kaufen für den Müll”.

  9. ellinelli sagt:

    Ich bin auch der Meinung, dass jeder Einzelne etwas zu einer Änderung dieser Mißstände (anders kann ich das nicht bezeichnen) beitragen kann. Beispielsweise hatten wir vor einigen Jahren eine Waschmaschine von einem relativ billigen Hersteller (war aber ein Deutscher) gekauft.
    Nach vier Jahren war plötzlich der Drehmechanismus kaputt. Nach mehreren Telefonaten und Recherchen im Internet wurde klar, dass dieser Fehler bei dem Typ Waschmaschine häufiger auftritt und eine Reparatur mindestens 150 € geskostet hätte. Wahrscheinlich wäre nach 1 Jahr der nächste Fehler aufgetreten. Damals wusste ich noch nichts von geplanter Obsoleszenz aber ich hatte vorher eine alte Waschmaschine meines Opas von Miele geerbt, die bereits über 10 Jahre lief und die hatte ich auch noch mal mindestens 5 Jahre in Betrieb. Deshalb habe ich mich entschlossen wieder eine Miele-Waschaschine zu kaufen. Auch von Bekannten habe ich gehört, dass diese Maschinen langlebiger sind. Sie ist zwar tuerer als die meisten anderen aber wenn man mal nachrechnet und eine billigere nach 4 Jahren schon kaputt geht, ist man mit der teureren immer noch viel billiger dran (habe dafür 1000 € bezahlt).
    Was ich damit sagen will: Jeder kann mit bewusstem Einkaufen und mit etwas gesundem Menschenverstand ein klein wenig beitragen um die Müllberge zu verringern.
    Teurere Prokukte müssen nicht zwangsläufig besser sein aber Qualität hat auch seinen Preis.
    Im Ende bezahlen wir ja alle dafür wenn wir die Welt mit unserem Müll verschandeln. Nicht nur mit Geld sondern hauptsächlich mit Lebensqualität.

  10. Ulrike H. sagt:

    Noch selten hat mich eine Sendung so beeindruckt. Wenn man uns aus dem Weltall beobachten würde, könnte man über da menschliche Verhalten nur den Kopf schütteln. Zu dem Thema passt auch der Film “Taste the waste”.
    Tatsächlich ist auch bei mir der 3.Drucker nach circa 2 Jahren kaputt gegangen. Kein Zufall also!? Früher haben alle Geräte wirklich viel länger gehalten. Ein Tanz auf dem Vulkan…

  11. Stefan Hanenberg sagt:

    Ohne Obsoleszenz kein Wachstum. Aber kann mir ein Ökonom erklären, wie immerwährendes Wachstum funktionieren soll? Angesichts begrenzter Rohstoffe und weltweit überschuldeter Industrienationen wird dieses System sich verändern müssen.

  12. Robert sagt:

    Eine wirklich gute Reportage und diese sollte Plichtprogramm an allen Schulen sein um Bewusstsein zu schaffen. Wir, die Konsumenten können und dürfen uns nicht auf die Industrie verlassen, auch wenn sehr oft bemüht, ist die Macht des Verbrauchers nicht zu unterschätzen. Ich werde nicht müde, im Rahmen meiner Möglichkeiten (Familien- , Freundes- , Bekanntenkreis) immer wieder behutsam (ohne Zeigefinger) aufzuklären.

    @Christoph, ich bin da ganz bei dir, aber ein ‘schönes’ Negativbeispiel ist das, für mich berüchtigte iPhone, da geht kaum was, wenn es mal den Geist aufgibt und das ist gewollt. Nicht umsonst kommt fast jedes Jahr ein neues auf den Markt …

    Auch empfehlenswert sind Dokus wie “Home”, “Die Bucht” und Gunter Duecks Gedanken zur professionellen Intelligenz (im Besonderen seine Rede bei der re:publica 2011). Wobei letzteres eher mit der Entwicklung der Arbeitswelt zu tun hat, ist sein Ansatz “Willens- statt Wissensbildung”, ein wie ich finde, richtiger. Letztendlich könnte ein mehr an emotionaler Intelligenz und sozialer Kompetenz auch dazu führen Bewusstsein zu schaffen. Unsere Zukunft beginnt heute!

  13. Pingback: Singold Bote

  14. Tomko sagt:

    Mir ist dieses Thema nicht neu und auch der Film bekannt.

    Interessant, dass es dann doch noch Ingenieure gibt, die sich die Technik im Detail so genau vornehmen, wie es im Fall der gezeigten Drucker geschehen ist.

    Und so komme ich jetzt einmal zu einem ganz konkreten Fall: Ich habe bei meinem Festplattenrecorder den Verdacht, dass der mit eben solchen EPROMS bestückt ist, wie die von den Druckern bekannten. Mit dem Jahreswechsel von 2010 auf 2011 (ich weiß, ist schon eine Weile her, aber es war “pünktlich” zum Ablauf der Garantie) hat der eine Macke bekommen, die sich darin zeigt, dass er ständig aus dem Ruhezustand in einen Modus “hochfährt”, der eigentlich dafür gedacht ist, dass in bestimmten Zeiten ein eingebautes Modul Fernsehprogramme zur komfortablen Programmierung abrufen soll, dann aber immer “hängen bleibt”. Da hilft dann nur noch das ziehen des Steckers. Stell ich das Datum zurück, funktioniert das Gerät bedingt wieder. (Der Programmabruf, der bei einem solchen Recorder aber wirklich Sinn macht, leider nicht mehr).

    Ein Techniker einer bekannten Elektrogeräte-Kette hat mir im Vorfeld in Aussicht gestellt, dass eventuell nur ein Chip gewechselt werden müsse. Genaueres erführe man aber erst über den Kundendienst bei Sony. Bei der Reparaturanfrage (Sony, Gerät: RDR-HX 1025) wurde mir ein Preis von deutlich über 300.- Euro genannt (fast der Neupreis des Gerätes), damit eine Platine gewechselt werden könne, die das Problem lösen würde.

    So jetzt genug der Negativwerbung oder des Productbashings.

    Meine Anliegen also wäre:
    Wenn sich ein(e) Firma/Techniker finden würde, die dieses Gerät auf etwaige Chipsätze bzw. manipulierte Elektronik unter die Lupe nehmen möchte (und nur für diesen Zweck), wie im Film mit den Druckern geschehen, dann würde ich das Gerät zur Verfügung stellen.

  15. Friedemann W. sagt:

    Ich habe hier zwei DELL Notebooks beide mit Fehlern die dem Hersteller bereits zur Auslieferung bekannt waren. Dell 620 am TFT, der Display Kleber verläuft, es bilden sich sichtbare Blasen am TFT, gekauft für 2500€ und gerade aus der Garantie. Dell 630, alle verbauten Graphikchips von NVidia der Dell 620/630 Reihe haben thermische Probleme und werden bei regelmässigem Gebrauch ausfallen.

  16. Bernd Pfeiffer sagt:

    Ich stimme dem Gesagten zu weil ich es bspw. von der IT her genau kenne was an Rechnern zuallererst den Geist aufgibt.
    Es sind in PCs häufig (mit Absicht zu knapp dimensionierte oder gar minderwertige) Kondensatoren.
    Einmal in den Netzteilen, zum anderen auch auf den Stromversorgungswegen der Hauptplatinen.
    Dort finden sich ebenfalls “Verschleissteile”. Ich habe einen PC seit 1999 im Langzeittest deswegen, an dem jeder Defekt im Netzteil von mir per Bauteiletausch (billigste Materialkosten!) repariert wird. Es gab neben den berühmten Kondensatoren keine anderen Defekte übrigens bis auf verschlissene Lüfterlager von Zeit zu Zeit.
    Was ebenfalls richtig ist : Es sind Kleinteile, doch leider ist die Praxis ja die : Es werden meist ganze (und damit teure) Baugruppen ausgetauscht, weils halt sehr schnell geht und Umsatz geniert. Das produziert auf der anderen Seite aber jede Menge Müll der unsere Umwelt immer weiter belastet und der ja – wie man schon lesen konnte – nicht etwa in der Verwertung landet sondern irgendwo an exotischen Stränden in der Nähe von Slumvierteln.
    Ich schaue jeden Morgen auf dem Arbeitsweg in den fast leeren E-Schrottcontainer unseres Abfallunternehmens am Ort. Der ist Abends häufig randvoll.
    Tintenstrahl-Drucker verfügen angeblich ebenfalls über eine Lebensdauerbremse. Nach einer bestimmten Seitenzahl gibt entweder der Druckkopf oder der ganze Drucker keinen Mucks mehr von sich. Evtl. möchten die Hersteller damit ausserdem auch die häufigere Verwendung von Tauschtinte (anstelle des Markenproduktes) verhindern – was ich persönlich die grösste Unverschämtheit finde. Meinetwegen soll das doch gehen, dann halt ohne Garantie, aber das ist dann eben eigenes Risiko. Auch Laserdrucker verfügen inzwischen über Herstellereigene Komponentenerkennungsmechanismen um Thirdparty-Produkte auszusperren resp. nach Ablauf der Lebensdauer möglicherweise einer solchen den ganzen Drucker per Software lahmlegen zu können.
    Das Problem liegt z.B. dann ggf. in der Firmware (die meist aber reprogammierbar ist).
    Ich behaupte ebenfalls daß Hersteller ihre Geräte mit Absicht auf eine begrenzte Lebensdauer konzipieren. Früher hielten ja bspw. Fernseher sehr lange (Röhren), teils Jahrzahnte. Die vollstransistorisierten waren dagegen schon deutlich weniger haltbar!
    Bei IT-gestützter Ware ist es nicht anders. Elektronik macht Geräte zwar komfortabler, aber schon garnicht besser, und schon gar nicht haltbarer! Elektronik geht nun mal kaputt, sehr zum Leidwesen der Kunden. Ich fordere eine primäre Reparaturpflicht bei E- und IT-Geräten. Die Übernahme aller und sämtlicher Entsorgungskosten der Kunden sollten vollständig zu Lasten der Hersteller gehen!
    Bei Autos ist es dasselbe: JE mehr Elektronik in der Karre ist, umso häufiger muss man damit zu irgendeiner Reparatur wegen irgendeinem affigen Elektronikproblem. Selbermachen wird bei den Herstellern ja nicht mehr gewünscht und deswegen diese Möglichkeiten MIT ABSICHT wegkonstruiert so daß man damit jeweils in die Werkstatt MUSS! Nicht mal mehr das werksseitige Radio lässt sich einfach gegen ein anderes austauschen. Es ist meist schon dazu Spezialwerkzeug nötig!
    Selbst der einfache Lampenwechsel wird zum Problem. Es muss um die Scheinwerfer herum im Motorraum manchmal alles abgebaut werden nur um an die Birnen zu kommen (sonst zu wenig Platz oder Zugang verbaut). Also Werkstatt, natürlich kostet die was. Früher war da ein simpler Schnappdeckel oder eine einfache Gummihaube die einfach zugänglich war.
    Mit Kundenfreundlichkeit hat dies alles nichts mehr zu tun, die Wirtschaft/die Industrie denkt nur noch an sich selber. Und der Kunde ist der Dumme.

  17. Paula sagt:

    Hallo zusammen,

    zufällig habe ich den Film auf YT gesehen und war 1. erschrocken, 2. entsetzt, 3. bestätigt und zu guter Letzt ziemlich sauer.

    Vor gut 12 Jahren hat mir ein IT-Admin in meiner ersten Anstellung nach meiner Ausbildung gesagt, dass die Drucker einen eingebauten Chip haben, mit dem der Drucker ab einer bestimmten Anzahl gedruckter Seiten seinen Geist aufgibt. Ich hielt das alles für hanebüchenen Mist. Mittlerweile weiß ich, dass der gute Herr Recht hatte.
    Als ich die Reportage von Arte sah, grübelte es in mir. Zur 1. Wohnung habe ich von Eltern und Großeltern die Ausstattung geschenkt bekommen, da ich für meine Ausbildung aus meinem Heimatort weggezogen bin. Meinen Toaster (1997 glaub ich zum Preis von 19,90 DM bei Woolworth gekauft) habe ich vor 2 Jahren (2010) entsorgen müssen. Die Mikrowelle (1997 zum Preis von 199,00 DM gekauft) steht immer noch in meiner Küche und funktioniert einwandfrei. Unser alter Röhrenfernseher funktioniert auch einwandfrei und er ist von ca. 1995 (gebraucht gekauft).
    Im Keller steht eine Waschmaschine (ein Erbstück) von ca. 1980. Sie wäscht problemlos nur leider mussten wir feststellen, dass sie pro Vollwaschgang einen Wasserverbrauch von 133 Litern hat. Dafür benötigt sie aber nur in 1 Stunde und 15 Minuten.
    Jetzt bin ich in einer absoluten Zwickmühle. Kaufe ich eine neue Waschmaschine und weiß, das sie zwar ca. 50 Liter spart, dafür aber doppelt so lange läuft und somit doppelt soviel Strom benötigt?!
    Was schadet der Umwelt mehr? Stromerzeugung oder der Wasserverbrauch? Eine Mielewaschmaschine kann ich mir finanziell nicht erlauben obwohl ich so eine gerne hätte. Es würde wohl auf eine Billigmaschine hinauslaufen für 299 Euro oder so und da kann man ja von ausgehen, dass sie nicht lange hält.
    Ich bin relativ stolz darauf, kein Opfer von Produktobsoleszenz zu sein. Solange die Geräte funktionieren, bleiben sie, egal ob es was Neues, vermeintlich Besseres oder Schickeres gibt. Ich finde es schlimm, dass gerade die Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer den Neuesten Mist haben müssen und gar nicht darüber nachdenken, welchen Rattenschwanz die Herstellung solcher Produkte hinter sich herzieht.

    Ich weiß echt nicht, was ich bezüglich der Waschmaschine machen soll. Hat jemand einen Rat???

    Liebe Grüße
    Paula

  18. Marty sagt:

    Ich habe die Dokumentation auch gesehen – sehr interessant und sehr erschreckend! Dieser ganze Schrott, den wir erzeugen, wäre doch absolut vermeidbar, wenn die Industrie nicht so raffgierig wäre. Ich denke da nur an Apple: völlig überteuerter Edelschrott, den trotzdem alle haben wollen. Deshalb kann ich einigen Kommentatoren hier auch nicht zunicken, wenn sie schreiben, dass teurere Produkte langlebiger wären: Ich habe schon von Apple-Produkten gehört, die nicht lange lebten! Ich denke da nur an die fest integrierten Akkus in iPhones, iPods und iPads; wenn die hinüber sind, hilft eigentlich nur noch das Einsenden des gesamten Geräts an Apple oder aber ab in die Mülltonne! Eigentlich… denn es gibt zumindest in diesem Fall Service-Dienstleister, die eine Marktnische entdeckt haben und für relativ wenig Geld Apple-Produkte reparieren. Und Garantie bekommt man auch noch dazu!

    Es lohnt sich auf jeden Fall, in Google “Reparatur” und das bestimmte Gerät einzutippen, bevor man sich dazu entscheidet, seine heißgeliebte Playstation 3 z. B. in den Müll zu werfen. Bei einer spontanen Recherche habe ich z. B. einen Anbieter ausfindig gemacht, bei dem der Einbau eines neuen Laufwerks hierfür etwas über 100 Euro kostet. Der Anbieter in diesem Fall heißt rskem.de. Da kann man alles Mögliche reparieren lassen.