Wenn Schweigen mit Geld aufgewogen wird

In dem Fall meine ich ausdrücklich nicht den Begriff “Schweigegeld” und schon gar nicht in Zusammenhang mit einem Bistum in Bayern. Am Ende geschieht es mir wie Stefan Aigner (www.regensburg-digital.de) und es flattert eine Abmahnung ins Haus.

Aigner hatte in einem Artikel über Missbrauch bei den Regensburger Domsingknaben einen Artikel des Nachritenmagazins Spiegel zitiert, der Zahlungen des Bistums Regensburg an Missbrauchsopfer, als “Schweigegeld” bezeichnet. Das Landgericht Hamburg hat dem Spiegel mit einstweiliger Verfügung vom 10. März (Aktenzeichen: 324 O 107/10) untersagt, einen Zusammenhang zwischen den Zahlungen und dem Schweigen der Opfer herzustellen. Vor dem Hintergrund erhielt Stefan Aigner Post einer Anwaltskanzlei, die ihn im Auftrag des Bistums Regensburg, zur Abgabe einer Unterlassungserklärung auffordert. Eine großartige Bedenkfrist gibt es, wie so oft in solchen Fällen, nicht. Bis 1. April mit unterschrieben werden, oder eben nicht.

Wie Thomas Pfeiffer schreibt, verfügt www.regensburg-digital.de weder über eine eigene Rechtsabteilung, noch über Spielräume für finanzielle Entravaganzen. Hilfe ist vonnöten, etwa als juristischer Ratgeber oder durch Verbesserung der finanziellen Situation, am einfachsten realisierbar im Fanshop von www.regensburg-digital.de.

Das muss dann jetzt die angebliche Kampagne der Medien sein, denen sich die katholische Kirche ausgesetzt sieht und bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Schutzschild vor sich herträgt. Verstehe das wer will, mir leuchtet es nicht ein und zeugt in meinen Augen auch nicht unbedingt davon, dass die Kirche aus der Krise lernen würde.

[via Webevangelisten]

Posted in Medien | Tagged , , , , , | Permalink

Eine Antwort auf Wenn Schweigen mit Geld aufgewogen wird

  1. Pingback: Nach der Abmahnung kam die Verfügung | Freischwebende Aufmerksamkeit